Forelle 1963                    Schottel Motorboot / ehemals WSP 31                Home

Die Geschichte vom Suchen, Kaufen und Überführen zum neuen Liegeplatz     Teil 2/4

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28.- 30.November 2008    Der Roller

 

Früh am Morgen fährt Roland Gass mit seinem Kombi vor. Wir laden den neu gekauften (alten) Roller und noch ein paar Dinge ein und los geht's Richtung Töplitz.

Ich freue mich riesig als ich das Schiff ganz alleine (alle Boote waren wegen des kommenden Winters schon ausgewassert) am Kopf des Stegs sehe. Wir nehmen ein paar Dinge unter die Arme und laufen den langen Steg zur Forelle. Türe öffnen, rein und Strom an – na, was ist denn los – kein Strom, nichts geht. Wir holen das Ladegerät das wir vorsorglich mitgenommen haben und versuchen die Batterien zu laden. Normalerweise eine ganz einfache Angelegenheit, wurde aber ein zeitraubendes Unterfangen welches schlussendlich nicht lösbar war. Vier Batterien á 210 Ah nicht voll zu kriegen!

Spätere Messungen haben ergeben, Eine hatte ca. 60, die Andere 80% Leistung und Zwei waren tot. Also kurzerhand zwei neue Batterien kaufen.


Februar 2009    Ein neues Ladegerät

 

Eigentlich hätten unsere „Warnlampen“ aktiv werden sollen, als wir bei der Bootsbesichtigung das riesige, angeschlossen Ladegerät sahen. Der Händler meinte nur, er würde die Batterien laden.

Um den dauernden Schwierigkeiten mit den leeren Batterien auf den Grund zu gehen demontierte ich das Ladegerät und stellte fest dass es komplett verbrannt war. Deshalb waren auch die neuen Batterien im Handumdrehen immer wieder leer.

Was blieb mir anderes übrig als zu rufen: STEEEFFFFI......?

Ein paar Daten übermitteln und ich war beruhigt. Kurze Zeit darauf hat mir Steffi ein neues Ladegerät entwickelt, das in keinem Laden zu haben ist, etwas grösser und schwerer, auf meine Batterien abgestimmt und ich glaube „unkaputtbar“ ist. Seit dieses Ladegerät in Betrieb ist, geht mein Blick bei einem Stromproblem immer zuerst auf das Ladegerät den das läuft immer – es sei denn, es gibt kein Strom!


Wir sind an der Innenreinigung und bemerken, dass in der Nasszelle Wasser in der Bilge steht. Verwundert suchen wir die Stelle wo das Wasser herkommen könnte. Es gibt drei Durchlässe, ein Frischwasser, ein Abwasser und einen für die Toilette. Alle Durchlässe sind bei diesem kalten Winter aufgeplatzt und das Wasser tröpfelt rein. Um die Durchlässe zu reparieren muss das Schiff aus dem Wasser.

Als der Kran das Schiff hebt rührt sich ausser den hinteren Rädern des Krans nichts. Der Kranführer meint: "Das sind aber keine 13,5 Tonnen das sind wohl eher 17 Tonnen" und fährt den Kran näher hin. Er nimmt die Forelle ganz nahe zum Kran hebt sie hoch, dreht und stellt sie vor sich hin. Dann fährt er ein Stück weiter und nimmt sie noch mal hoch, dreht ein wenig und erst jetzt stellt er sie auf dem vorgesehenen Platz ab.

Da bleibt sie über den Winter stehen und Uli der Mechaniker wechselt die Durchlässe aus.

 

02.-08. März 2009    Wasserung

Endlich ist es soweit, die Forelle kommt wieder ins Wasser. Das Gestell das die Traggurten auseinander hält ist zu klein und deshalb müssen die Gurten auseinander gezogen werden. Weil sie wegrutschen könnten werden sie gesichert – aber auf die falsche Seite, mir wird Angst und Bang. In kurzen Sätzen bin ich auf dem Schiff und übernehme die Sicherung der Gurten.

Hätten die Gurten nicht gehalten, wäre die hintere Gurte Mittschiffs gerutscht, die Forelle mit dem Heck auf die Hacke geknallt, welche wie Gummi zusammengedrückt würde und somit hätte sowohl der Propeller als auch der Antrieb etwas abbekommen.


03.-12. April 2009    Weitere Ausfahrten

Wir machen fast täglich kleine Ausfahrten auf der Havel und auch eine Rundreise nach Werder und Potsdam. Irgendwann bemerken wir Öl im Wasser. Was soll's, wo viele Schiffe sind hat's auch mal Öl. Trotzdem schauen wir nun jedes Mal wenn wir keine Fahrt machen ins Wasser. Mal hat es Öl dann wieder nicht usw.. Es gibt unendlich viele wunderschöne Stellen zum Ankern. An einer schönen unberührten Ecke, kein Boot und keine Menschenseele weit und breit, werfen wir den Anker und geniessen die Freiheit. Ich sehe übers Wasser und als ich im Sonnenlicht an der Wasseroberfläche fein schimmernd Farben glitzern sehe stehe ich erschrocken auf und schaue genauer hin. Ein Ölfilm - hier draussen wo weit und breit kein Schiff ist. Nun bestätigt sich unser Verdacht, dass unser Antrieb Öl verliert.

Nach einer kurzen telefonischen Abklärung mit Schottel nehmen wir den Kahn nochmals raus.

Wir überprüfen den Antrieb und stellen fest, dass am Standrohr ein max. 2 Millimeter grosses Spiel vorhanden ist. Nach einem weiteren Anruf bei Schottel wissen wir, dass der Antrieb zur Revision muss.


18.-31. Mai 2009    Schottelreparatur

Der Ausbau des Schottels ist ein Kinderspiel. Zwei Schrauben des Wiederlager lösen. Schottel mit Kettenzug hochheben, und die vier Schrauben der Befestigung lösen. Fertig!

Der grössere Aufwand war zuvor die Antriebswelle und die Steuerwelle zu entfernen. Viele Schrauben und schlecht zugänglich. Natürlich ist das ganze ein kleiner Kraftakt. Der Antrieb wiegt 1.2 Tonnen und ich bin alleine.

Nun kommt noch der umständliche Transport in die Schottelwerke nach Ellerbek bei Hamburg.

Von Töplitz nach Berlin, PW gegen Lieferwagen tauschen, zurück nach Töplitz fahren, Antrieb aufladen und ab nach Hamburg. Antrieb abladen, zurück nach Berlin Auto tauschen, und nach Töplitz in die aufgebockte Forelle zum schlafen.

Drei Tage später das gleiche nochmals in anderer Reihenfolge. Um acht Uhr bin ich im Hamburg. Der Antrieb ist wie abgemacht bereit zum Aufladen. Spät Abends stehe ich mit meinem Golf wieder in Töplitz und vor meinen Füssen liegt der Antrieb zum Einbau bereit. Auch der Einbau ist einfach. Einkleben eines neuen Dichtgummi wo die Platte für Antriebs- und Steuerwelle hin-kommt. Alles Anbauen - Fertig!


Das ist der Übeltäter

2. Juli 2009    Einwassern nach Schottelreparatur

Kran organisieren und ab ins Wasser natürlich wieder mit Umstellen. Endlich schwimmt sie wieder, ein gutes Gefühl. Sie hängst noch in den Gurten. Kurz nachsehen ob alles Dicht ist und - Mist da kommt ein wenig Wasser rein - Heiliger Strohsack - jetzt kommt es wie ein Bach. Ich Rufe: "Wassereintritt sofort raus mit dem Kahn". Springe vom Boot und meine Beine werden ganz schwach, alle Energie weicht aus meinem Körper. Die Jungs stellen den Kahn wieder aufs trockene und machen Feierabend.

Als ich mich wieder gefangen habe, denke ich nach und gehe nochmals den ganzen Ablauf durch. Die Arbeit die ich gemacht habe war dicht. Es gab aber eine kleine Leiste bei der Platte durch die das Wasser eindrang. Ich habe an dieser Platte nichts gemacht, somit war klar wo der Übeltäter zu suchen war.
Am nächsten Tag telefoniere ich mit Schottel Hamburg. Nach einigen Abklärungen wird mir mitgeteilt, dass diese Leiste fälschlicherweise demontiert und beim montieren vergessen wurde abzudichten. Schottel hat mir daraufhin einen Betrag bezahlt mit dem die zwei Kranzüge und meine Arbeit des erneuten Aus- und Einbaus abgedeckt waren.
 

Bis auf den kleinen Fehler hat Schottel diesen Kleinstauftrag tadellos ausgeführt. Seither ist das Teil dicht am Schiff, verliert kein Öl und läuft rund. Und übrigens - das absolut beste Antriebs und Steuergerät.

 

Teil 3

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