Forelle 1963                    Schottel Motorboot / ehemals WSP 31                Home

Die Geschichte vom Suchen, Kaufen und Überführen zum neuen Liegeplatz     Teil 3/4

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Die Übernachtung gleich hinter dem Reichstag war ein bleibendes Erlebnis.

12. Juli – 29. Aug. 2009    Heimreise    Erster Teil

Gebunkert und den Tank gefüllt fahren wir los. Nach einer Rundreise durch die Berliner Gewässer geht es durch den Mittellandkanal über Hannover nach Duisburg zum Rhein. Anschliessend den Fluss hoch über Köln zu den Schottelwerken, wo wir die defekte elektronische Steuerung reparieren lassen. Eine Platine wird ausgewechselt und die Steuerung ist wieder funktionstüchtig. Eine Probefahrt der Werftarbeiter sagt uns das alles in Ordnung sei.

Kurz darauf machen wir die Leinen los und weiter geht es. Wir haben bis jetzt immer mechanisch gesteuert und somit keine Ahnung wie das Boot reagieren soll. Bei jedem Steuern übersteuert das Boot ein wenig und muss erneut auf Kurs gebracht werden. Wir finden das eigenartig, denken uns aber, dass wir das Neu lernen müssen. Da wir kurz vor der Strecke zur "Loreley" sind stellen wir wieder auf mechanischen Betrieb um. Nach der Fahrt durch das Gebirge stellen wir erneut auf elektronische Steuerung und versuchen das Ganze nochmals. Wir schaffen es einfach nicht das Boot auf Kurs zu halten und kommen uns vor wie Anfänger. Schlussendlich schalten wir die Elektronik aus und steuern manuell.

Natürlich wird uns das Thema noch etwas beschäftigen........


18.- 25. Juli 2009    Sandläuferreparatur

Plötzlich – ein lauter Knall, ein scheuern und das Schiff geht hinten hoch. Was war denn das – verd... Hacke, eine Buhne - ich kann nicht mehr Steuern. Wir machen keine Fahrt mehr und die Forelle legt sich leicht quer zum Rhein. Jetzt hören wir ein Schiffshorn, wir schauen zurück und sehen ein gottverdammtes Kiesschiff auf uns zukommen. Eine prekäre Situation. Gashebel antippen, es knallt fürchterlich durchs ganze Schiff aber wir haben noch Schub. Ruder drehen – geht auch noch. Alles klar – voller Schub (das knallen geht durch Mark und Bein) und Ruder hart Steuerbord zur Rheinmitte – kurz zurück sehen – OH MANN, das war knapp. Kaum eine Schiffsbreite war der Kiestransporter von uns entfernt. Aber das Manöver hat geklappt wir fahren Rheinabwärts und sind vorerst mal aus der Gefahrenzone raus. Nun sofort das Ruder kontrollieren, Steuerbord kein Problem das wissen wir, also Backbord und hier ist das Problem. Das Ruder lässt sich nur noch ca. 3-4 Grad nach Backbord legen.

Das Fahren ist nun Knochenarbeit. Zum Glück fährt die Forelle normalerweise tadellos recht voraus. Wenn uns nun aber Wind oder Strömung nach Steuerbord drückt heisst das, Gas weg, auskuppeln, 16 Ruderumdrehungen (Schottel 360° drehen) nach Steuerbord, Kurs korrigieren und alles wieder zurück in die Ausgangsstellung.

Während Manuela versucht eine Werft zu finden, versuche ich die Forelle auf Kurs zu halten. Es ist nicht einfach für ein 17t Boot einen Kran zu finden. Schlussendlich sind wir bei Fuchs im Breisach gelandet. Der hat das Boot "ruck zuck" aus dem Wasser gezogen und aufgebockt.

Nach Hause geht's dann mit dem Zug. Eine Woche später bin ich wieder bei der Forelle, demontiere den Propeller und fahre damit zu Wärtsila in Mannheim. Um 0800 liefere ich den Prop ab, gehe einen Kaffee trinken und schlendere durch die Stadt. Um 1200 lade ich den Prop wieder ein und fahre nach Breisach.

Der Schweisser hat die verbogene Hacke weg und schon bald wird die neue angeschweisst. Alles wieder streichen, ab ins Wasser mit dem Fisch.

Weshalb liefen wir auf die Buhne auf?
Alles im grünen Bereich. Entspannt geniessen wir die Fahrt und tuckern gemütlich den Rhein hoch. Der Fluss macht einen lang gezogenen Bogen und die Fahrwassertonnen sind weit auseinander. Sie sind so weit auseinander, dass wir nicht bemerken, dass eine Tonne fehlt und wir uns deshalb nicht mehr so sauber im Fahrwasser bewegen.....


Leider gibt's hier kein Bild

Wie ihr gleich erfahren werdet war ich beim "Baden", Manuela hat mir zugesehen und vor lauter "Freude" vergessen ein Foto zu machen.

12. Juli – 29.Aug. 2009    Heimreise    Zweiter Teil

Weiter geht's. Wir nehmen völlig entspannt den letzten kurzen Abschnitt zum neuen Heimathafen in Angriff. Was soll den noch geschehen? Die Forelle muckt nie und läuft gut. Nach der ersten Schleusung fahren wir im "Grand Canal d'Alsace" rheinaufwärts und haben plötzlich keine Leistung mehr -  es kommt noch schlimmer - der Motor gibt seinen Geist auf. Jetzt aber hop, raus zum Bug und Anker fallen lassen. Wir spüren wie der Anker aufschlägt und anfängt zu schlieren....

die Betonplatten mit denen der Kanal gebaut ist sind für ein erfolgreiches Greifen nicht hilfreich. Jetzt muss Blitzartig eine Entscheidung her. Ich ruf Manuela zu: "Hol den Fäustel und die Nägel." In der Zwischenzeit bereite ich ein langes Tau vor und ziehe meine Neoprenschuhe an. Nun muss alles schnell gehen. Ich nehme Werkzeug und Tau, springe Kopf über ins Wasser und schwimme an Land. Nun kommt der schwierige Teil, die Böschung. Dank meiner Schuhe geht das relativ problemlos. Also hoch, Nägel rein und das Tau am Nagel befestigen. Das Tau spannt sich, das Heck der Forelle dreht rheinabwärts und schon kommt das Schiff in Richtung Böschung. Etwas ruppig legt sie an der Böschung an.

Ein Dieselmotor der so seinen Geist aufgibt - was kann das wohl sein. Die Spritleitung sieht gut aus also kontrolliere ich den Vorfilter. Und siehe da, der Filter steckt im Schlamm. Nur noch wenig Diesel im Gefäss. Was soll's, so gut wie's geht saubermachen, zusammenbauen und weiter geht es.

Nach einiger Zeit als wir aus einer Schleuse auslaufen geht's wieder los. Schon wieder keine Leistung mehr. Wegen dem Wind müssen wir an zwei Dalben anlegen. Bugleine befestigen, rückwärts und Heckleine befestigen, das Ganze spannen und fertig. Schon ruft mich der Schleusenwärter an was das soll, was wir dort machen würden. Ich erklär ihm kurz unser Problem und melde (ich weiss nun schon gut was ich zu tun habe) das wir in 20 Minuten weg sind.

Die Weiterfahrt verläuft ohne weitere Zwischenfälle und wir atmen auf als wir im neuen Hafen anlegen.

 

Vor unserer Abreise in Töplitz habe ich die Brennstoffversorgung kontrolliert, gereinigt und alle Filter durch Neue ersetzt. Der Motor war ca.100 Stunden in Betrieb und jetzt sind sie wieder verschmutzt und völlig zu. Wo also liegt wohl das Problem?

 

Der Dieseltank wird wahrscheinlich der Übeltäter sein. Also werde ich den Tank reinigen.



 

Tankreinigung

Der Dieseltank hat eine dreieckige Form, ist 44 cm hoch und 8 Meter lang. Es gibt ein zugäng-liches Mannsloch am einen Ende und ein kleines Revisionsloch nicht ganz in der Mitte. Der Blick auf den Messstab sagt mir, dass noch ca. 400 Liter im Tank sind. Der bestehende Tankinhalt ist definitiv zu viel um in Kanistern umzufüllen. Es muss jemand her der das sauber und schnell erledigen kann. Ich rufe eine Tankreinigungsfirma an und die Pumpen dann auch die 400 Liter in ein paar Minuten raus. Mit einem Sauger, langen Stangen und Lappen wird der Tank gereinigt. Danach ist er schön sauber und der Diesel wird gefiltert wieder eingefüllt.

Die Reinigung hat eineinhalb grosse Industriestaubsauger voller Schlamm ergeben. Nun ist auch klar geworden weshalb die Filter immer wieder so verdreckt waren. Seit der Reinigung lief der Motor ungefähr 300 Stunden und die Filter sind immer noch sauber.

Einer meiner Vorbesitzer hatte wahrscheinlich das selbe Problem mit dem Schlamm. Kurzerhand wurde die Ansaugleitung gekürzt, womit der Brennstoff oberhalb des Schlammes angesaugt wurde und somit das Problem gelöst war. Es waren dann anstatt 1100 Liter nur noch 900 Liter im Tank. Das reicht ja allemal. Das Problem war der immer weiter steigende Schlamm, der in kurzer Zeit die Leitungen wieder zugemacht (und mich zum Schwimmen gebracht) hat.

Die Leitung saugt nun wieder ganz am Boden ab und wir benutzen die gewonnenen 300 Liter als Reserve.

 

Teil 4

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